Die SPD Wahlplakate sind Typoplakate.

Kann damit eine Kampagne gewonnen werden? Verstehen das die Bürger? Erweckt das Sympathie?

kai

falsche kapitälchen sind schon mal schlecht....!

generell kann ich nur sagen:

wenn die Texte wirklich gut sind (inhaltlich wie formell), schlägt ein typoplakat allemal irgendwelche Hackfressen, die uns momentan von allen Plakaten angaffen!

Die Leute wollen Inhalte...daher ist ne reine Typovariante ein guter Weg....nur wirkt die SPD Variante sehr konzeptlos, schlecht getextet...schlecht gesetzt.....die Idee ist gut, doch der Gestalter (bzw. Texter) noch nicht bereit!

Ivo

Das würde ich genauso sehen. Ein Typoplakat hat sicher (wenn richtig angewendet) keine schlechtere Wirkung als ein Bildplakat. Aber der inhaltliche Hintergrund ("Die bösen Anderen…") lässt hier sehr zu wünschen übrig meiner Meinung nach.

robertmichael

sche***t auf die typo. schaut auf die farbe!
diese braun erinnert mich an die hemden
der hitlerjugend. vorallem in verbindung mit der
roten fläche. wie kann man sowas nur machen?

falsche kapitälchen kann ich nicht erkennen.
aber das layout(raster) ist meines erachtens
schlecht gelöst. die idee mit den flächen dahinter
gefällt mir auch nicht.

aber es sind ja 'nur' wahlplakate.

kai

..oh, oh...die farbekombi....stimmt..weiterer Punktabzug!

aber richtig braun ist das nicht..eher ein warmes grau..oder Aschgrau, wie loriot sagen würde!

Das W bei Wir und M bei Mut sind doch falsche Kapitälchen..dat macht man doch nicht....caps und dann noch den ersten Buchstaben gross...bäh!

HD Schellnack

Danke, daß ihrs hier macht, Ich war kurz davor, in meinem Blog abzulästern.

Hier ist alles, aber auch alles schlecht.

Abgesehen von dem nationalsozialistisch angehauchtem Farbspektrum der «neuen» SPD – umbra, rot, schwarz und weiß hatten wir ja schon einmal und da war ja auch der Begriff «sozial» im Spiel – macht Franz Müntefering sein Diktum vom Wahlkampf ohne Design gnadenlos wahr. Während die CDU absurderweise auf die Ästhetik der SPD von 1998 setzt – die Kievit ist formal verdammt nahe an der Thesis dran, Orange nahe an Rot, die Bilder von Merkel in der Äsethetik nicht weit entfernt von den seinerzeit wirklich (für Wahlkampfverhältnisse) guten Bildern von Schröder – macht die SPD die Verliererhaltung zum gestalterischen Ansatz. Niemand, aber niemand möchte eine Partei wählen, die solche Plakate hängt. Textlich schwach bis erschütternd (wer sindeigentlich die anderen? SInd rhetorisch-diffuse Fragen textlich nicht äußerst schwach? Wir stehen für Butter mit Geschmack... aber wofür stehen die anderen >>> so würdest du doch nicht mal für Alltagsrodukte der C-Liga werben :-D...) , typographisch gruselig und unter dem Aspekt von «Was-bleibt-im-Gedächtnis» ein Fiasko.
Das man nach einem (gezielt) verlorenen Vertrauensvotum als Claim aus-ge-rechnet mit «Vertrauen in Deutschland» kommt, hat schon fast wieder was genialisches.

Gut, die SPD hat es nicht leicht, erst setzt man sich ua Mißtrauensvotum von der Macht ab, dann will man plötzlich wiedergewählt werden... erklär das mal. Richtig wäre vielleicht gewesen, einen komplett neuen Kurs anzubieten anstatt ein Votum für ein «Weiter so» nach zwe Legislaturperioden Herumgewurstel zu erbitten. Dennoch: Schwarz-Gelb bietet ausreichend Angriffsfläche für einen pointierten Wahlkampf und eigentlich sollte man denken, daß die SPD, angesichts des fast sicheren Untergangs, etwas bissiger, kreativer, wegweisender würde.

Die Luft ist da auch in der Kommunikation spürbar raus. Liegt vielleicht auch an der Entscheidung, mit der Crew, die schon NRW verloren hat, weiterzumachen. Noch so ein «Weiter so»-Effekt. Dazu kommt vielleicht, daßman es sich ja auch mit dem potentiellen zukünftigen Koalitions-Seniorpartner CDU nicht allzu sehr verderben will.

Die Lehre der Werbung ist: je substituierbarer Güter sind, umso mehr müssen sie sich über Werbung zuspitzen und über Design verkaufen, da die Inhalte grundsätzliche austauschbar sind und Einzigartigkeit via Image erzeugt werden muß. Versteht man Design dabei als ganzheitlichen Prozeß, in dem die Produktfunktion nahtlos in das Gesamtgefüge aus Auftritt, Vermakrtung, Philosophie, Funktion etc. eingebunden ist, entsteht so durch den Designprozeß eine neue Form der Einzigartigkeit. Das ist keineswegs im Sinne besserer Verkaufe gemeint, sondern im besten Sinne von Design als Besser-Machen.

Jede der großen Parzeien ist eine Ruine unter diesem Aspekt. Anstelle von Inhalten werden lauwarme Corporate Design Ansätze aus den 80ern recycled, die ohne inneres Verständnis von Politik und der Bedeutung von Parteien stattfinden. Insofern ist der Wunsch nach einem Wahlkampf ohne Design (auch wenn Müntefering eigentlich Styling meint). EIne Partei die, im Sinne des Bauhaus eine «Design-Idee» hat, wäre sicherlich besser aufgestellt.

CHR15

was soll das denn?
wer von der spd glaubt, dass arbeitslosigkeit als primäres thema der wahlkampagne einfach ignoriert werden kann?
typotechnische solide inszeniert war wahlwerbung eh noch nie.

versteh ich genausowenig wie den neuen stern-titel. bekennen die sich jetzt offiziell zur ausländerhetze?

kann mir das mal bitte einer erklären? drehen die jetzt völlig am rad?

Ivo

Ich glaube ja.

Sharif

Hat's denn noch keiner gemerkt? Weder CDU/CSU noch SPD wollen doch die Wahl gewinnen.

In der Union will eigentlich keiner – die fast schon bemitleidenswerte – Frau Merkel und der Schröder hat keine Lust mehr, sich zum Hansel des Kapitals zu machen.

Entsprechend grausam ist – auf allen Gebieten – der Wahlkampf.

robertmichael

habe ich das jetzt falsch gelernt?
kapitälchen sollten doch mit versailien anfangen
und dann mit caps auf x-höhe weitergehen?
hmm.
umgesetzt habe ich das jedoch nie so – außer in der lehre ;) eigentlich siehts auch besser aus
alles mit versalien auf x-höhe zu setzten.
aber falsch ist es nicht – oder?

hier noch ein paar schlimme beispiele:

trashtypo aus der konserve.

rot ist besser als orange?
rot ist besser als braun?

da lob ich mir die fdp broschüre.
oder die typografische lösung der fdp plakate
von dirk. bis auf den font ;)

zum stern:
ok, der titel ist ziemlich 'provokativ' aber recht
haben sie auf den ersten blick schon. (habe den
artikel jedoch nicht gelesen) 90 % der russen die
ich im urlaub getroffen habe können sich nicht
benehmen. das trifft aber auf deutsche auch zu. ;)

robertmichael

ups. wo sind die bilder? wo ist der edit button?
hier nochmal als links.

trashtypo aus der konserve:
http://data.blogg.de/15690/images/header_merkeltv.gif

rot ist besser als orange?
rot ist besser als braun?
http://kampagne.spd.de/servlet/PB/show/1053953/rote_wahlmannschaft_146.gif

fdp by signalgrau
http://www.signalgrau.com/fall/i/ptt.jpg

CHR15

@robertmichael
es geht nicht um den inhalt des artikels. nein, in diesem fall nicht. es geht darum, dass hier wieder eine nation über einen kamm geschert wird. wäre es die titanic, wäre es völlig okay. aber ich glaube kaum, dass der geneigte stern-leser die überzeichnung erkennt, falls es denn überhaupt eine gibt.

das alles dann noch mit einem weltkrieg-propaganda-zitat zu beschreiben, haut für mich dem fass den boden aus. das ist so plump, das ist so scheisse, das ist ein dummer titel von dummen leuten gemacht.

wer dumm macht, kriegt nix.

HD Schellnack

Dabei gehts doch auch so schön... wie Martin Baltscheid zeigt :-D

Lars

Scarface Guido grinst mit super reiner Haut von den Plakaten. Ein Meisterwerk der Retusche! Eben gesehen, leider keine Digi dabei gehabt. Weder auf der Site von FDP noch von CDU einen Link zu den Plakaten gefunden...

robertmichael

meinst du das:

Martin

@kai
Man kann ja über das Plakat - formal-ästhetisch oder inhaltlich - geteilter Meinung sein. (Es gibt sicherlich bessere, auf jeden Fall aber deutlich schlechtere Lösungen.) Aus typografischer Sicht ist der Vorwurf, hier seien falsche Kapitälchen gesetzt, allerdings blanker Unsinn.

Auch wenn ich persönlich Käpitälchensatz (noch dazu in Verbindung mit Versalien am Wortanfang) generell für nicht sonderlich geeignet halte, wurde bei diesem Plakat der richtige - oder wenn man so will "echte" - Caps-Font verwendet. Ich tippe mal auf TheSans Extra Bold Caps von Luc(as) de Groot, lasse mich aber gern korrigieren.

Wenn schon an Kleinigkeiten rumnörgeln, dann doch bitte an der unschön springenden Laufweite in dem Wort "Frieden".

kai

.....da hab ich müll geredet, martin..als falsche kapitälchen bezeichnet man wirklich was anderes..meinte den grafisch grauenvollen Einsatz von Versialen am Anfang!

werde mich, wie sonst auch, im feintypografischen Fachgesimpel wieder raus halten und alles frei Schnauze bewerten....!

thomas

> Titel

na endlich, schluss mit falten. die fdp stellt die alte spannkraft wieder her! ... wahlkampf ohne styling? forget it.

by the way, die pds hatte in der vergangenheit fast nur typo-wahlplakate.

noch was zur farbigkeit der spd-plakate: das beige im hintergrund mit nazi-braun zu assoziieren ist nun wirklich tief in die klischeekiste gegriffen. das diese farbe hier nicht für 'ideologie' sondern für eine 'sachliche anmutung' steht, erklärt sich mir von selbst.
die 'ideologisierung von farben' nervt! farben und farbkombinationen kommunzieren weit mehr, wie wir alle wissen. es gibt furchtbar viele klischees, die uns 'verbieten' mit farbe so umzugehen wie wir es vom empfinden her gerne tuen würden. finde ich sehr bedauerlich.

NAME

In Berlin hängen seit kurzem Plakate von Gysi und Lafontaine. Wundert keinen? Wundert doch! Denn unter den obligatorische Gesichtsphotos findet sich eine Serifenschrift. Wow! Find ich wirklich klasse. Sachlich. Edel. Lässt kaum Zweifel am Wahrheitsgehalt aufkommen. Von der Anmutung her geht es fast in Richtung Lexikon.

Ich habe gestaunt.

Sieht dem hier ähnlich:

http://sozialisten.de/wahlen2005/magazin/kampagne/download/gysi_a1plak.jpg

CHR15

stern:
ich weiß, es geht eigentlich ja nicht hier her aber trotzdem: sagt mir bitte mal eure meinung zum stern-titel. oder finde nur ich den so krass?

Thierry Blancpain

bin ja auch kein typogott oder so, aber die serifenschrift auf dem pds-plakat finde ich ganz jut (im unterschied zur pds selbst :)) - ist für mich aber ja auch ziemlich rohe, kräfite, eckige serifen, eigentlich schon ne slab-serif? bin mir da immer nicht so sicher, scheint mir aber n bisschen so.

kai

finde den titel auch extrem reisserisch....die headline ist leider wie auch generell bei farben, mit alten klischees belegt..in dem Fall: 2.Weltkrieg....und solche Bezüge sind sehr, sehr heikel!

mein urteil: platt und von oben herab...so nach dem Motto: es gibt auch noch andere massenurlauberströmungen ausser den deutschen...billigesvon sich auf andere beziehen!

HD Schellnack

Sorry, aber in Deutschland sollte eine sozialdemokratische Partei oder zumindest deren Sgentur wach genug sein, auf nationalsozialistisch vorbelastete Farbkombi zu verzichten, oder? Über das Orange der CDU kann man ästhetisch streiten, das Braun der SPD ist aber historisch daneben. Davon ausgehend, daß in Parteien tendenziell design-by-gremium läuft und endlos über Farbpsychologie geredet wird, ist es verblüffend, daß niemand da aufgemerkt hat.

Stern-Titel ist ganz ganz weit unten. Titanic ist das richtige Wort.

Gysi: Nett und ruhig, paßt eigentlich gar nicht zu deren Krawallansatz. Bei den Linken ärgert mich extrem, daß sie eigentlich Anti-Links sind, Anti-Aufbruch. Dementsprechend konservativ und «seriöss auch der Auftritt Bild/Typo. Das kann auch der Sachbearbeiter 234-Z bedenkenlos wählen gehen Gestalterisch aber in der Flut greller Anbiederei tatsächlich angenehm.

Ralf Herrmann

Leute, Leute,
war ja fast unvermeidlich, dass dieser Thread hier entsteht und die Gestalter-Gemeinde es wieder nicht lassen kann, sich über die Ausführung solcher Plakate das Maul zu zerreißen.

Dabei ist der Zweck jedes Plakates ganz simpel: Das "Was", "Wann" und "Wo" zu vermitteln! Dies gilt für Wahlplakate genauso. Die Diskussion um falsche Kapitälchen, Hintergrundfarben etc. ist dabei (wie bei den früheren Sportlogo-Diskussionen) völlig überflüssig, da für den Empfänger unerheblich.

Natürlich müssen gewisse Grundvoraussetzungen – wie Lesbarkeit, Erkennbarkeit des Absenders und der gewünschten Botschaft – erfüllt sein. Das trifft aber auf obiges Plakat locker zu. Man könnte es sogar fast dafür loben, wie klar die Botschaft in den Mittelpunkt gerückt ist und wie gut das Absenderlogo zu sehen ist (statt nur klein rechts unten).

Aber keiner wird wohl nicht SPD wählen, weil da Kapitälchen benutzt wurden oder weil da ein vermeintliches Nazi-braun im Hintegrund liegt. Schlussendlich ist also das Einzige, was daran diskutabel ist, die Botschaft selbst. Aber da ist man als Gestalter wohl schon zu betriebsblind um die noch als das Wesenliche des Plakates zu erkennen ...

Ralf

robertmichael

@ chris
du hast ja recht – es wäre eine passendere headline für bild, titanic und co aber das beige wirkende braun finde ich krasser.

@ thomas
klischees hin oder her. ich finde die farbkombination bei der spd ziemlich heftig, woanders eingesetzt wäre es vielleicht eine 'sachlich anmutung' aber zusammen mit den plakativen headlines/sprüchen meines erachtens nicht gut umgesetzt. gerade auf der webseite der spd wirkt es sehr heftig, selbst die npd mit ihrem hellblau/grau wirkt hier in ihrer erscheinung positiver (ohne jetzt die npd loben zu wollen). vielleicht haben sie sich die farbkombination auch bei herrn stoiber (http://www.stoiber.de) abgeschaut ;) was mich wundert ist dieser blöde verlauf bei den plakaten (im unteren teil) der spd, auf der webseite ist der nirgendwo zu finden. die plakate die hier bei uns von der spd aufgestellt wurden, wirken von den farben her bei weitem nicht so heftig wie auf der webseite, dort ist das beige viel schwächer. besser.

CHR15

@ralf
ja, ja, ja.
deine reaktion ist mittlerweile auch ein klassiker.

christoph

nur, weil etwas nicht so wichtig ist, muss man es ja nicht schlecht machen.

und SOO unwichtig ist gestaltung im wahlkampf auch nun wieder nicht: in den letzten beiden wahlkämpfen hat die spd mit plakaten, die deutlich besser und vor allem moderner waren, als die der anderen parteien (vor allem in sachen fotografie), ihre gewünschte inhaltliche positionierung erfolgreich unterstützt und deutlich gemacht, dass sie nun wirklich wollen.

die jetzigen plakate sind ein so deutlicher ausdruck des niedergangs, dass ich glaube, dass das auch der nicht-gestalter spürt. auch wenn er sich keine gedanken über kapitälchen macht. ansonsten wären gestalter wohl auch generell überflüssig, dann macht das halt münte in coreldraw. das sieht dann wohl so aus wie jetzt.

CHR15

ich verwende braun da wo es mir sinnig erscheint, genauso übrigens fraktur-schriften. deutsche geschichte hin oder her. höchste zeit diese bezugspunkte in neuen kontext zu stellen. loslassen.

im richtigen moment für die richtige sache das maul aufzumachen. das ist es.

kai

lieber Ralf Hermann....wir haben sehr wohl die Botschaft und somit den Inhalt kritisiert.....sollen wir das, was uns gestalterisch auffällt, ausblenden...hä, verstehe ich nicht...

solche protesthaltungen wie dein kommentar kenn ich sonst nur von marketingfuzzies...

dann können wir ja getrost wieder in der Steinzeit anfangen..Hauptsache lesbar und Hauptsache, der Inhalt kommt rüber.....

es sollte doch immer das bestreben sein, das optimum rauszuholen....und das ist hier nicht geschehen...ganz einfach!

würden keine plakate hängen, würden viele trotzdem spd wählen...da kann man ja gleich alles in frage stellen!

Ralf Herrmann

Ich sag ja nicht, dass die Gestaltung unwichtig ist. Natürlich ist sie immens wichtig!
Aber sie soll die Botschaft unterstützen – sie ist nicht wichtiger als die Botschaft. Zumindest nicht bei derlei Drucksachen.

Im übrigen stimme ich den meisten eurer Kritikpunke auch völlig zu. Ich wundere mich nur, wie die Prioritäten dabei angesetzt werden. Mehr wollte ich doch gar nicht sagen ... ;-)

Ralf

HD Schellnack

Ralf, sorry, aber in dem Moment, wo man den Gedanken aufgibt, daß Design eine Tätigkeit ist, dei nicht nur eine Botschaft UMHÜLLT, sondenr iese durchdringt und von Anfang an mitformt, kommt man als Gestalter auf den falschen Pfad. Das Design udn die Botschaft bilden eine Einheit und die Gesamtgestalt – Text wie Gestaltung wie Ansatz – ist bei der SPD im Argen. Dirk Uhlenbrocks Gestaltung für die FDP zeigt dabei, daß auch eine solide Umsetzung den INHALT nicht verbessert, sondenr die Phransen nur aufgehübscht wirken. Die SPD und die CDU haben mit diesem abstrusen Wahlkampf seltsamen Chancen, zu einer echteren, wahreren (und überfälligen) Ansprache eines Volkes, das nun wirklich die Nase voll hat von Platitüden, Kleinkriegen und einfahc nur ein paar Antworten hören möchte. Beide Parteien nutzen diese Chance nicht (und das ist ein Designfehler beider Parteien)... schade drum.

Chris, auch wenn ich auch die Gnade der späten Geburt genieße: Da darf man nie loslassen. Die Farbkombi der NSDAP (Mööönsch, da ist ja S P und D drin, sowatt) ist einfach und schlicht vermeidbar. Gibt genug andere Farben. Und selbst ohne den Fasch-Bezug: Muß die Spd denn schon in der Grundfarbe kommunizieren, daß sie sich Scheiße findet :-)?

me

jetzt verzeiht dem ralf doch mal.
er will sich doch nur rechtfertigen weil er auf 'seiner' seite eine ähnliche farbkombination einsetzt ;-)

http://www.seite7.de

dort gefällt es mir fast. bei der spd erinnert es mich jedoch an 1939. traurig ist jedoch auch der claim der spd "vertrauen in deutschland" wie 'HD Schellnack' schon schrieb ... wie kann man mit vertrauen werben wenn man mit vertrauen verloren hat? auch ich verwende oft frakturen und braune/beige/umbra/kack farbtöne – aber bei einer partei die deutschland repräsentieren soll hätte ich es sicher nicht eingesetzt.

@ stern:
meister röhrich hätte es nicht besser sagen können – die headline ist doch von brösel oder? ;-)

CHR15

hd, das sehe ich halt anders. die farbe braun, ist zunächst bestandteil unserer mutter erde. darauf beziehe ich mich. es ist egal, ob diese farbe irgendwann mal negativ belegt wurde. loslassen heisst nicht, unsensibel mit der vergangenheit umzugehen, sondern sinnstiftende bezüge da herzustellen wo es nötig ist.

oder sind kakao-liebhaber nazis?

unterstützt die deutsche post ag die chinesiche wirtschaft?

hat ford einen mineralöl-deal mit aral am laufen?

Ralf Herrmann

daß Design eine Tätigkeit ist, die nicht nur eine Botschaft UMHÜLLT, sondern diese durchdringt und von Anfang an mitformt,

Da stimm ich zu. Das ist der schmale Grat, den man anstreben sollte.
Wenn ich mir tagtäglich die "Achtzehn-Eintel" am Straßenrand anschaue, sehe ich aber immer wieder, wie die Gestalter weit über's Ziel hinausschießen und eben das Design weit vor die Botschaft stellen und scheinbar lieber auf ADC-Auszeichnungen und Canne-Rollen schielen, als auf den eigentlichen Zweck der Anzeige.
"Hast du das coole Plakat gesehen?!"
"Echt klasse, für welches Unternehmen war das noch?"
"Mhh, keine Ahnung ..."

Ralf

christoph

also ich sehe ganz selten 18/1, die den eindruck erwecken, dass sie mit blick auf den adc gestaltet worden wären. und so doof ist man weder beim adc noch in cannes, dass man vor allem sachen auszeichnet, die »nur« schön sind, aber dem kunden nicht helfen (von ausnahmen abgesehen).

CHR15

hurra, ein neuer mythos:
'zum goldenen hirschen' mit einem 'award for typographic excellence' ausgezeichnet!

HD Schellnack

Es hat nichts mit Braun zu tun, sondern.
Partei + sozial + Deutschland + braun/rot/schwarz/weiß.
Das rockt schon ordentlich.
Ansonsten hab ich nix gegen Braun oder Beige.
Ganz im Gegenteil.

Ralf, ich geb dir 100% recht, daß das Styling, gerade in der Werbung, längst den Inhalt des Produktes überschattet. Ganz doofe Sache, wie ich finde. Ich verstehe bis heute nicht, warum Leute in der Werbung so strahlend zufrieden sind, Werbung für sinnlose Produkte zu machen, die nur noch über die Erzeugung emotionaler Affekte überhaupt zu vertreiben sind, weil sie selbst keinen Magnetismus besitzen..Gott, wer will schon für Opel oder Ford Werbung machen müssen. Wie verkauft man solche Autos? Das schlimme ist aber.... Politik ist ja gar nicht so. Auch wenn es derzeit so aussieht. Politik ist wichtig und eine glaubhafte, wirklich «echte» Partei wäre mal eine schöne Abwechslung. Schröder hat in seinenlichten Momenten gezeigt, wie so etwas aussehen kann und er wird immer dann schlecht, wenn die Gremienlogik, die Mentalität des «Das kann man doch nicht machen», die Umfragen- und Zielgruppendenke, ihn beherrscht. Bei Fluten, Kriegen und anderen Gelegenheiten kommt der Instinkt durch und der Spaß am Kampf. Mit so einem Kerl läßt sich schon ein Wahlkampf machen. Auch ein guter. Es wäre einfach, für die SPD einen guten Wahlkmapf zu machen. Gerade jetzt.

Nun hänge ich dem vielleicht naiven Glauben an, daß Designprozesse nach Innen wirken und eine Unternehmung (ergo auch eine Partei mittelfristig stark verändern können. Weniger die Gestaltung per se als vielmehr die Prozesse, die auf dem Weg dahin laufen, die Diskussionen, die Selbstfindung, wenn man so will. Im Kern: Der Streit mit den Designern. Du weißt schon, Branding als ganzheitlich.... blablabla :-D.

Der Clou ist: Da ist ja wirklich was dran. Und würde ALLEN Parteien gut tun. Eine sportive Partei, deren BZiele, Botschaften und Kommunikation wohldesigned sind, wäre ja schon wünschenswert. Nicht zuletzt, weil es Schwammigkeiten herausnähme, weil man CDU und SPD , FDP und Grüne vielleicht tatsächlich verorten könnte (Design spitzt ja meist zu).Schau dir an, wo der Erfolg von Apple, BMW, Fontshop usw liegt. Ganzheitliches, umfassendes, umhüllendes Design.
Stattdessen kriegen wir von den Hirschen, den Buttters und so weiter lieblosen Kram produziert, mit dem sie sich nicht mal bei McDonalds durch die Tür der Marketingabteilung wagen würden. Alibi-Werbung, gegen den selbst Calgon noch gut dasteht. Und mensch, Politik KÖNNTE so viel Spaß machen.

Statt dessen ist derzeit der Inhalt Mist UND das Design auch. Paßt vielleicht zusammen, diese Kongruenz allein macht mich aber nicht glücklich.

%00

Und selbst ohne den Fasch-Bezug: Muß die Spd denn schon in der Grundfarbe kommunizieren, daß sie sich Scheiße findet :-)?

mal abgesehn davon, das die hintegrundfarbe nun wirklich kein richtiges braun ist, stimme ich dir in diesem punkt zu ...

p.s.
ich bin im übrigen nicht daran interessiert symbole, die historisch belastet sind, zu verharmlosen. aber deine feststellung, das 'spd' in 'nsdap' reinpasst, hätte ja vor dem hintergrund deiner einwände nur eine konsequenz: weg mit dem namen, die spd muss umbenannt werden! ;-)

thomas

hier noch mein name

CHR15

hd, es ging mir nicht um deine lieblingsfarbe, sondern um den bezug. und ich weiss noch immer nicht, warum das jetzt so dermaßen rockt, wenn eine partei der gemäßigten (linken) mitte einen grau-braunen verlauf als fond ihrer plakate nutzt.

dass der dalaii lama mit der merkel unter einer decke steckt vermutet auch keiner, auch wenn dem buddhismus auch subversive linkstendenzen eher zu gesicht stünden als rechtsextremismus der spd. die hälfte der heutigen spd-obrigkeit hat damals als anwalt für die baader-meinhofs eingestanden, falls sich noch jemand erinnert.

HD Schellnack

Verlauf?
Schau mal auf die HP. Auf meinem Monitor ist das schon verdammt bräunlich. ;-)

Das sind 1:1 die Farben, mit denen Hitler den ersten gesamtdeutschen Corporate ID Versuch startete.

Der Bezug ist, daß Hitler das Sozial(istisch)e auch im Namen führte, dito die farbkombination aus (Hell bis Mittel)Braun, Rot, Schwarz und Weiß. Und mit genau diesen Farben hat also ein System hantiert, das ungezählte Sozialdemokraten in Haft oder in den Tod geschickt hat. Für eine Partei, die auf ihre Geschichte so stolz ist wie die SPD, ist das schon ein bemerkenswert dummer Fehlgriff.

Abgesehen davon finde ich übrigens den Auftritt der Grünen unterm Strich nahezu genauso peinlich, schon im letzten Wahlkampf. Ich glaube durchaus, daß reine Typo-Plakate funktionieren. Wenn die Typo gekonnt gemacht ist UND man etwas sagenswertes hat.

Aber doch eher schwache Ansagen sind ohne Politikergesicht als Tapete eben genauso langweilig wie mit.

me

können wir für die grünen ein extra posting starten? da gibts mindestens genausoviel zu 'lästern' ;-)

habe die printplakate noch nicht gesehen.
aber wenn die so aussehen wie die banner
im rechten bereich der webseite, dann erinnert
mich das stark an "3, 2, 1 meins"
obwohl der funfaktor den die banner ausstrahlen
zu den grünen ja passt.

Sharif

Ich finde die orangenen Schildchen bei den CDU-Wahlveranstaltungen mit "Angie" drauf ganz lustig.

Von den Amerikanern lernen heißt ...

Oh, ich sag lieber nichts mehr.

Lars

ich bin neugierig.
Was kommen für Infos wenn unter google folgende begriffe eingegeben werden?
hier eine auswahl.

farbe politik
(1)NEUES SPD-DESIGN. "Umbra", die Farbe des Erfolgs

nsdap farben
(5)Verbrechen der IG Farben

farblehre nsdap
(9)schwarz-Rot-Gold

farblehre spd
(9)Die neue Farbenlehre der Genossen

farbe braun
(4)Farbe der Pilze: braun. Fotos einheimischer Pilze, nach Farben sortiert

thomas

... siegen lernen.

ja, wenn man an den farben einer partei ihre politik festmachen könnte, wäre alles viel einfacher. ich sehe auf plakaten von parteien des rechten spektrums allerdings kein 'negatives (?) beige', sondern eher ein freundliches 'himmelblau'.

@hd
ich muss sagen, nachdem ich auch auf der website der spd und auf sämtichen wahl-bannern die farbkombination (schwarz, weiß, rot, beige) sehen konnte, sie also tatsächlich das komplette cd bestimmt, kann ich verstehen, das dir das aufstößt. hast recht, die parallelen zu den cd-farben der 'nsdap' sind nicht zu leugnen. ich teile dein erstaunen, wie die spd sich für diesen gesamtauftritt entscheiden konnte.

thomas

hoppla, da war lars inzwischen aktiv. das ist ja mal interessant! mal sehen was hier so zu finden ist.

thomas

... siegen lernen.

ja, wenn man an den farben einer partei ihre politik festmachen könnte, wäre alles viel einfacher. ich sehe auf plakaten von parteien des rechten spektrums allerdings kein 'negatives (?) beige', sondern eher ein freundliches 'himmelblau'.

@hd
ich muss sagen, nachdem ich auch auf der website der spd und auf sämtichen wahl-bannern die farbkombination (schwarz, weiß, rot, beige) sehen konnte, sie also tatsächlich das komplette cd bestimmt, kann ich verstehen, das dir das aufstößt. hast recht, die parallelen zu den cd-farben der 'nsdap' sind nicht zu leugnen. ich teile dein erstaunen, wie die spd sich für diesen gesamtauftritt entscheiden konnte.

thomas

häh? doppelpost mit eigenem posting dazwischen .. wie geht denn das? ich habe nur zweimal gepostet ...

okay, leider waren die links jetzt auch nicht sonderlich erhellend ... umbra soll also aus farbpsychologischer sicht die aussagen der spd unterstützen und deckt sich mit der wahrnehmung des wählers (passt auch zu meinem empfinden, das das 'beige' irgendwie 'sachlich' wirkt).

ich denke, das 'beige' oder 'umbra' das die spd sich da antut wird nichts bringen. weder in positiver noch in negativer hinsicht. und die farbliche ähnlichkeit zum auftritt der nsdap würde ich auch unter 'na ja' abhaken.

Stefan aus B. von der S.

Ebenso vertrete ich die Meinung, dass man historischen und teils bis in die Gegenwart getragenen Konventionen nicht zu viele Zugeständnisse machen sollte. Farben hin oder her. Fragt einen 18 Jährigen Azubi, einen 28 jährigen Studenten, einen 38 jährigen Facharbeiter....usw, indem ihr diesen eine oder mehrere Farbtafeln (mit angesprochenen Klischeefarben) zeigt und sie davor auf Politik anspricht. Vermutet doch mal bei wievielen die Assoziation zur NSDAP aufkommen wird. Imho werden es verdammt wenige sein.

Der bildungspolitische Hintergrund ist doch mit Verlaub im Großteil der Weltbevölkerung (dazu gehört auch der kleine eingebildetete Teil der 1. Welt) so klein, dass Farbbesetzungen aus über 60 jähriger Entfernung kaum noch Wirkungen hinterlassen.

Das SPD-Plakat gaukelt eine Entscheidung vor. Weiß, rein, unbefleckt, modern, sachlich (alles auf den weißen Balken bezogen), so soll die SPD wirken. Schmutzig, schwarz, spießig, leer, massiv, dunkel und angsteinflößend wirkt der schwarze Balken, vermutlich CDU/CSU. Die schwarze Typo bekommt auf Weiß einen charakterhaften, sprich eher konturhaften Anstrich, wobei sie weiß auf schwarz ausgehölt wirkt.

Diese Aspekte sind es, die gestalterisch beim Betrachter wirken. Hans achtet im Vorbeifahren nicht in 3 Sekunden darauf, wo Typo wie haarliniengetreu nach neusten Maßstäben gesetzt ist. Plakativität und Flächigkeit gegeben. Das Ding muss wirken. Ob es das tut, well, dafür sind wir die falsche Zielgruppe.

Einzig allein finde ich die Austauschbarkeit der Inhalte als wirkliches Manko zu kritisieren.
Ich bin kein marketingguy, wollt ich nur hinzupflichten :)

Emotional ziehmlich der Reisser.. bei dem Thema würd ich doch als slanted mal nen Wahlplakat-DOY-Wettbewerb ausrufen. Wäre interessant, typografisch in jedem Detail durchdachte Plakate mit denen unserer Strasse zu vergleichen. Ein Trend wäre meiner Meinung nach genauso wie in Politik nicht abzusehen.

Grüße, am Donnerstag wieder 30 Grad und die Kolte rauchen

Stefan aus B. von der S.

als kleiner Nachtrag noch folgendes:

verwerflich wäre die SPD-Farbkombi imho nur im Kontext, bei dem andere Parteien und Meinungsgeber genau dieses Fettnäpfchen in ihrer Kommunikation kontra SPD ausnutzen würden.

Das allerdings wäre selbst bei heutiger Verruchtheit ein fault pas im politischen Protokoll, den sich selten einer der Meinungsgeber leistet.
Aber wir haben ja Leute wie den kleinen Prinzen aus dem Löwenstaat

Gruß, der Lauf ist heiß gelaufen

Dein Kommentar

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns über Deine konstruktive Meinung und behalten uns vor, gehaltlose, persönlich verletzende und themenfremde Kommentare zu löschen.

Wenn Du nicht angemeldet bist, wird Dein Kommentar von der Redaktion zuerst geprüft und dann freigeschaltet.

Der Inhalt des Formulars wird durch einen externen Dienst (Mollom) auf Spaminhalte überprüft (Datenschutzrichtlinien)

Verwandter Artikel

DRK Kampagne

Hilfe.

Hilfe. Dem Deutschen Roten Kreuz gehört mit dieser Kampagne geholfen, oder? Weitere noch schönere Motive ...

in 9 Kommentare

Nächster Artikel

Encore #12

Encore ein Jahr!

Bereits die 12. Ausgabe des Encore Magazins, wir gratulieren zum einjährigen Jubiläum! Die aktuelle Ausgabe von ...

in 14 Kommentare

Vorheriger Artikel

Engel

neuer Font von Soffi Beier bei dgv

Aus dem dgv Newsletter: Engel is a new font for sale on the dgv website. This powerful, modern typeface is without ...

in 12 Kommentare