»Wer fähig ist, sein Leben zu ändern, kann nicht scheitern.« So lautet eines der drei Zitate auf der Rückseite der neuen Ausgabe der Munitionsfabrik #21 – Scheitern. Die 21. Ausgabe beschäftigt sich nämlich genau mit diesem Thema: dem Scheitern. Das kleine Buch, herausgegeben von der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, wirkt auf den ersten Blick recht unscheinbar, wie ein Taschenbuch – bis man das Buch beim Vorwort aufschlägt und der Text plötzlich auf dem Kopf steht. 

Anfangs glaubt man noch an das Scheitern des Gestalters, bis man bemerkt, dass der Titel und die Seitenzahl richtig herum stehen. Die Kapitel sind im Wechsel einmal richtig und einmal verkehrt herum gedruckt. Die nächste Überraschung findet man auf der nächsten Seite: Ein beigelegtes, verschwommenes Foto. Die Fotos findet man vor jedem Kapitel. 

Aus dem Vorwort: »Scheitern ist ein Thema, dem man sich nicht allzu gerne nähert. Es ist unbequem, darüber nachzudenken, ob man scheitern wird, uns es ist eine delikate Angelegenheit, andere auf ihr Scheitern anzusprechen. Scheitern ist etwas, das zum Leben gehört – jeder kennt das Gefühl des Scheiterns und die Möglichkeit, zu scheitern besteht praktisch immer. Von diesem immer Vorhandensein, Unangenehmen, diesem stets möglichen Etwas hofft man im Allgemeinen, dass es allenfalls als ein unbedeutendes Anhängsel toleriert werden muss, das hoffentlich den Einblicken anderer verschlossen bleibt ... Wir haben uns gefragt, was es eigentlich bedeutet, dieses Scheitern? Wie kommt es zum Scheitern? Was sind seine Parameter? Wer legt die Maßstäbe fest, die bestimmen, ob etwas oder jemand gescheitert ist? Was ist eine gescheiterte Person? Was kommt nach dem Scheitern? Kann man willentlich scheitern (immerhin gibt es den Imperativ »Scheitere«)? Wie wird mit dem Scheitern umgegangen?

Das Buch ist eingeteilt in 25 Kapitel. Jeder Absatz wurde von einem anderen Autor verfasst. Die Autoren aus den Bereichen Kunst, Kulturtheorie, Philosophie und Literatur geben mit dieser Ausgabe Einblicke in die Vielfältigkeit und die unterschiedlichen Bedeutungen des Scheiterns. 

Mitwirkende der Ausgabe sind u.a.: Bazon Brock, Stephan Krass, Sebastian Baden und Heiner Mühlmann sowie Studierende der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG). Darunter findet man auch einige Interviews. 

Der Schriftsteller, Kunst- und Theaterkritiker, Herausgeber und Galerist sowie Lehrbeauftragter für »Literatur und Neue Medien« an der HfG Adam Seide (1929–2004), rief die Hochschulzeitung Munitionsfabrik 1998 ins Leben. Er wollte den Studierenden eine Plattform zur Präsentation ihrer Projekte und Arbeiten geben. Mit jeder Ausgabe verändert die Munitionsfabrik ihr Gesicht. Die im Sommer- und im Wintersemester erscheinende Zeitung präsentiert sich mal als Hochschulzeitung, mal als Kunstmagazin oder als wissenschaftliche Publikation.

Munitionsfabrik 21
Scheitern

Gestaltung: Matthias Gieselmann, Nadja Schoch, Bea Stach
Herausgeber: Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe 
Veröffentlichung: Dezember 2011 
Umfang: 317 Seiten
Format: 12 x 19 cm
Sprache: Deutsch
Auflage: 600
Specials: beigelegte Fotos, der Text ist teilweise verkehrt herum gedruckt
Preis: 8 Euro

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www.hfg-karlsruhe.de

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